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<title>Modaladverbial</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Modaladverbial</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Modaladverbial</b> oder <b>Modalbestimmung</b> ist in der deutschen Grammatik eine Bezeichnung für eine Bedeutungsklasse der <a href="Adverbiale_Bestimmung" title="Adverbiale Bestimmung">Adverbiale</a>, also einer Funktion von <a href="Satzglied" title="Satzglied">Satzgliedern</a>. Der enthaltene Wortbestandteil „modal“ ist für sich genommen mehrdeutig. In der <a href="Germanistik" title="Germanistik">Germanistik</a> bezieht sich die Bezeichnung <i>Modaladverbial</i> in der Regel auf „Modus“ im Sinne von „Art / Verfahrensweise“ (gemeint ist dann also nicht <a href="Modalit%C3%A4t_(Sprachwissenschaft)" title="Modalität (Sprachwissenschaft)">Modalität</a> im Sinne von Möglichkeit oder Notwendigkeit). Modaladverbiale in diesem Sinn machen Angaben zur Art und Weise oder zur Intensität eines Vorgangs oder zu einigen weiteren verwandten Bedeutungskategorien. Die genaue Anzahl der Unterklassen wird unterschiedlich angegeben; jedenfalls ist der Begriff weiter gefasst als „Art und Weise“, nicht deckungsgleich damit.
</p><p>In manchen Grammatiken begegnet ein ähnlich gelagerter Begriff <b>modifikatives Adverbial,</b> der enger eingegrenzt ist, aber auch nicht ausschließlich Art und Weise betrifft.
</p><p>Wie es für Adverbiale generell der Fall ist, sind Modaladverbiale über ihre Bedeutungsfunktion definiert und können Ausdrücke verschiedener <a href="Wortart" title="Wortart">Wortarten</a> umfassen. Häufig sind in dieser Funktion <a href="Pr%C3%A4positionalphrase" title="Präpositionalphrase">Präpositionalphrasen</a> („mit großer Sorgfalt“), Nebensätze (sogenannte <a href="Modalsatz" title="Modalsatz">Modalsätze</a>, z.&nbsp;B. „wie es sich gehört“) oder Adjektive („schnell, sorgfältig“ wie in „schnell/sorgfältig arbeiten“). Als <a href="Modaladverb" title="Modaladverb">Modaladverb</a> (ähnlich: <i>modifikatives Adverb</i>) bezeichnet man ein Einzelwort gleichartiger Funktion, das im Gegensatz zu Adjektiven unveränderlich ist und sich auch sonst keiner anderen Wortart eindeutig zuordnen lässt, z.&nbsp;B. „flugs, blindlings, gerne“.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Mehrdeutigkeit_der_Bezeichnung">Mehrdeutigkeit der Bezeichnung</h2></div>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Modaladverb#Mehrdeutigkeit_der_Bezeichnung" title="Modaladverb">Modaladverb #Mehrdeutigkeit der Bezeichnung</a></div>
<p>Hauptsächlich wird die Bezeichnung <i>Modaladverbial</i> in einem Sinn verwendet, in dem <i>modal</i> sich von einem lateinischen Wort für „Art und Weise“ herleitet.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In diesem Verständnis ergeben sich die <a href="#Unterteilung_der_Bedeutungstypen">weiter unten</a> aufgeführten Untergruppen von Bedeutungen.
</p><p>In geringerem Maß finden sich in der Literatur jedoch auch Verwendungen des Terminus „Modaladverbial“, mit der Begriffe der <a href="Modalit%C3%A4t_(Sprachwissenschaft)" title="Modalität (Sprachwissenschaft)">Modalität</a> gemeint sind, etwa: „vielleicht, sicherlich, mit Sicherheit“ etc. (dies beruht auf einem anderen Sinn des Adjektivs <i><a href="Modal" class="mw-disambig" title="Modal">modal</a>,</i> so wie er auch in den Wörtern „Modalverb“ oder eben „Modalität“ auftritt). Diese letztere Verwendung findet sich insbesondere bei einigen Autoren, die in der Tradition der <a href="Leibniz-Institut_f%C3%BCr_Deutsche_Sprache" title="Leibniz-Institut für Deutsche Sprache">IDS</a>-Grammatik von Zifonun, Hoffmann et al. (1997)<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> stehen (wo die Modaladverbiale im Sinne dieses Artikels dagegen als „modifikative Adverbiale“ bezeichnet werden). Dieser Sprachgebrauch bewirkt allerdings, dass in der Fachliteratur zwei Bedeutungen kursieren, die in genau entgegengesetzte Adverbialklassen fallen: Modaladverbiale in der Standardbedeutung sind verbbezogene bzw. <a href="Situationsadverbial" class="mw-redirect" title="Situationsadverbial">Situationsadverbiale</a>, im Gegensatz zu Adverbialbedeutungen der Möglichkeit/Notwendigkeit, die <a href="Satzadverbial" class="mw-redirect" title="Satzadverbial">Satzadverbiale</a> sind.
</p><p>Im vorliegenden Artikel wird nur die Deutung von „Modaladverbial“ als „Art und Weise und Verwandtes“ zugrunde gelegt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Formtypen">Formtypen</h2></div>
<p>Die Bezeichnung <a href="Adverbiale_Bestimmung" title="Adverbiale Bestimmung">Adverbial</a> und insbesondere daher „Modaladverbial“ schließt beliebige Formen und Wortarten von Ausdrücken ein:
</p>
<ul><li><a href="Pr%C3%A4positionalphrase" title="Präpositionalphrase">Präpositionalphrasen</a>, z.&nbsp;B. „mit hohem Tempo“,</li>
<li><a href="Nominalphrase" title="Nominalphrase">Nominalphrasen</a>, z.&nbsp;B. „stolz erhobenen Hauptes (davongehen)“ (hier im adverbiellen Genitiv),</li>
<li><a href="Adverbialsatz" title="Adverbialsatz">Adverbialsätze</a>, insbesondere hier <a href="Modalsatz" title="Modalsatz">Modalsätze</a>: „...indem man mit dem Hammer draufhaut“,</li>
<li><a href="Adverb" title="Adverb">Adverbien</a>: „blindlings, gerne“,</li>
<li><a href="Adjektive" class="mw-redirect" title="Adjektive">Adjektive</a>: „sorgfältig, schnell“.</li></ul>
<p>Die letzteren Beispiele gehören nicht zur Wortart Adverb, weil diese Wörter flektierbar sind, vgl.: „schnelle Fahrt, sorgfältige Arbeit“. Es handelt sich also um Adjektive in adverbialer Funktion (siehe unter <a href="Adverb#Adverb_und_Adjektiv" title="Adverb">Adverb #Adverb und Adjektiv</a>). Als <a href="Modaladverb" title="Modaladverb">Modaladverb</a> bezeichnet man vor diesem Hintergrund also nur Einzelwörter, die als Modaladverbial dienen können und sich keiner anderen Wortart eindeutig zuordnen lassen.
</p><p>Die verschiedenen bedeutungsmäßigen Unterklassen unterscheiden sich darin, in welchem Ausmaß die verschiedenen Formtypen darin vorkommen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Unterteilung_der_Bedeutungstypen">Unterteilung der Bedeutungstypen</h2></div>
<p>Modaladverbiale werden nach Bedeutungseigenschaften in verschiedene Untergruppen aufgeteilt. Eine allgemeine Charakterisierung, durch welche Eigenschaften diese Untergruppen zusammengehalten werden, bleibt in der Literatur oft aus, so dass die Modaladverbiale gegenüber den anderen Adverbialklassen eher als eine Restklasse erscheinen: Modaladverbiale sind dann Umstandsbestimmungen, die weder <a href="Temporaladverbial" title="Temporaladverbial">temporale</a>, <a href="Lokaladverbial" title="Lokaladverbial">lokale</a> noch <a href="Kausaladverbial" class="mw-redirect" title="Kausaladverbial">kausale</a> Bedeutung haben.
</p><p>In jedem Fall handelt es sich um enger auf das Verb bezogene Angaben zu Eigenschaften von Ereignissen oder Zuständen, im Gegensatz zu den Satzadverbialen (wie „vielleicht, ehrlich gesagt“, die die Wahrheit/Falschheit oder Gewissheit der Aussage modifizieren oder auf die Äußerung als <a href="Sprechakt" title="Sprechakt">Sprechakt</a> zielen) sowie zu den textbezogenen Adverbialen (wie z.&nbsp;B. „folglich“). Im Unterschied zu all diesen können Modaladverbiale meistens mit dem Fragewort „wie“ erfragt werden.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Art_und_Weise">Art und Weise</h3></div>
<p>Für den Untertyp „Art und Weise“ wird in der Fachliteratur eine einheitliche Definition oft ebenso wenig versucht wie für die Kategorie der Modaladverbiale als ganze. Statt einer Definition werden oft wiederum Untertypen aufgelistet oder nur leichter definierbare Bedeutungstypen dagegen abgegrenzt.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Manchmal wird versucht, die Art-und-Weise-Modifikation damit zu erfassen, dass dadurch gewisse natürliche Arten von Ereignissen (<i>event kinds</i>) gebildet werden,<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> somit untergeordnete Eigenschaften zu der Eigenschaft von Ereignissen, die die Verbbedeutung angibt. Dies steht dann im Gegensatz zu Maßangaben, Begleitumständen oder Lokalisierungen, die nur Angaben hinzufügen statt Unterarten zu bilden. Es fällt allerdings auf, dass vor allem manche Adverbiale, die äußerlich wie <a href="Lokaladverbial" title="Lokaladverbial">Lokaladverbiale</a> aussehen, in ihrem Verhalten in den Bereich der Art und Weise hinüberreichen:
</p>
<ul><li>„Sie schläft <i>im Schlafsack.</i>“</li></ul>
<dl><dd>(Frage: „wie?“ / evtl.: „worin?“ / nicht unbedingt: „wo?“)</dd></dl>
<p><span id="Ori-adv"></span>Eine Möglichkeit, Untertypen der Art und Weise zu unterscheiden, richtet sich danach, ob neben der Verbbedeutung auch noch auf einen bestimmten Teilnehmer der Situation Bezug genommen wird:<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>agentiv</li></ul>
<dl><dd>Adverbiale, die den Vorgang im Hinblick darauf beschreiben, wie das Subjekt seine Handlung plant oder betreibt: „sorgfältig arbeiten“, „vorsichtig umrühren“.</dd></dl>
<ul><li>mental/emotional</li></ul>
<dl><dd>Adverbiale, die eine psychische Komponente nennen, mit der das Subjekt seine Handlung begleitet: „ruhig und gelassen antworten“, „traurig schauen“, „freudig mit dem Schwanz wedeln“.</dd></dl>
<ul><li>resultativ</li></ul>
<dl><dd>Adverbiale, die sich auf ein Resultat des Ereignisses und zusätzlich auf ein grammatisches oder mitverstandenes Objekt, etwa einen resultierenden Gegenstand, beziehen: „den Text ordentlich abschreiben“<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (= die Abschrift des Texts ist ordentlich), „sich elegant kleiden“ (= die Kleidung, die man anlegt, wirkt elegant), „tief graben“ (= das Loch, das man gräbt, ist tief).</dd></dl>
<ul><li>rein verbbezogen</li></ul>
<dl><dd>Adverbiale, die nicht zusätzlich auf Eigenschaften bei einem Teilnehmer verweisen, sondern nur auf Parameter der Verbbedeutung: „laut sprechen“, „schön singen“.</dd></dl>
<p>Angaben der Art und Weise erfolgen am häufigsten durch adverbiell gebrauchte <a href="Adjektiv" title="Adjektiv">Adjektive</a>: „<i>schnell</i> fahren“, „<i>sorgfältig</i> arbeiten“ etc. Oft können hierzu auch Varianten mit Präposition und Substantiv gebildet werden: „schnell“ = „mit hohem Tempo“, „sehr sorgfältig“ = „mit großer Sorgfalt“. Ein anderer häufiger Typ von Präpositionalphrasen der Art und Weise sind solche, die die Substantive „Art“ bzw. „Weise“ explizit benutzen: „Er tanzt <i>auf ziemlich unbeholfene Art.</i>“ – „Ihr Name wird von verschiedenen Leuten <i>auf alle möglichen Weisen</i> ausgesprochen.“
</p><p>Beispiele für Adverbien mit einer Bedeutung der Art und Weise sind: „kopfüber, blindlings, jählings, eilends, hinterrücks“. Ferner gibt es Nebensätze, die eine Art und Weise bezeichnen. Der häufigste Typ ist ein Nebensatz mit dem <a href="Relativadverb" title="Relativadverb">Relativadverb</a> „wie“, z.&nbsp;B. „(so), wie die Lehrerin es ihr gezeigt hat“.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Seltener sind Art-und-Weise-Adverbiale, die aus einer <a href="Nominalphrase" title="Nominalphrase">Nominalphrase</a> in einem <a href="Adverbialkasus" class="mw-redirect" title="Adverbialkasus">Adverbialkasus</a> bestehen, wie in: „<i>Unsicheren Schrittes</i> ging er auf sie zu“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Instrumental">Instrumental</h3></div>
<p>Unter der Rubrik Modaladverbiale werden oft auch Instrumentale aufgelistet.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Meist handelt es sich hierbei um Präpositionalphrasen, etwa „mit einem Hammer“. Einfache Adverbien dieses Typs werden in der Literatur zum Deutschen nicht genannt. Instrumentale Adverbialsätze können mit der Konjunktion „indem“ gebildet werden, hierbei ist die Abgrenzung von Bedeutungen der Art und Weise jedoch schwierig. Bei Präpositionalphrasen ist die Abgrenzung klarer, obwohl in beiden Fällen die Präposition „mit“ erscheinen kann: Bei „mit“ der Art und Weise erscheinen jedoch abstrakte Substantive, bei Instrumentalen (und Komitativen) konkrete<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (vergleiche: „mit großer Sorgfalt / mit einem großen Hammer“).
</p><p>In manchen Sprachen werden Instrumentale auch durch Deklinationsformen von Substantiven ausgedrückt, siehe den Artikel zum Kasus <a href="Instrumentalis" title="Instrumentalis">Instrumentalis</a>. Die Einordnung besonders dieser Instrumentale ist unklar, da sie vielfach nicht als Umstandsangaben aufgefasst werden, sondern als Satzteile, die Teilnehmer des Ereignisses (<a href="Argument_(Linguistik)" title="Argument (Linguistik)">„Aktanten“</a> oder „Partizipanten“) einführen.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dies deckt sich allerdings nicht mit der Unterteilung zwischen Adverbial und Objekt, daher ist es möglich, sie in einer formalen Klassifikation trotzdem als Grenzfall der Adverbiale aufzufassen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Grad_und_Maß"><span id="Grad_und_Ma.C3.9F"></span>Grad und Maß</h3></div>
<p>Für die graduierende Untergruppe der Modaladverbiale ist vor allem die Wortart Adverb zuständig: „überaus, äußerst, einigermaßen, halbwegs, sehr, größtenteils, kaum, haufenweise“, sowie der Frageausdruck „wie (sehr)“.
<a href="Graduierung_(Sprache)" title="Graduierung (Sprache)">Grad-Abstufung</a> ist zwar typischer für die Wortart Adjektiv („groß / sehr groß / größer“), jedoch liegt auch manchen Verbbedeutungen eine Skala zugrunde, etwa eine Größenskala für die Veränderung bei „wachsen“:
</p>
<ul><li>„Er ist <i>sehr</i> gewachsen“ (= Er ist sehr viel größer geworden).</li></ul>
<p>Graduierung bei Verben kann auch Intensivierung bedeuten, die Skala hierfür kann für viele Verbbedeutungen zumindest <a href="Inferenz" class="mw-redirect" title="Inferenz">inferiert</a> werden:<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>„Er hat <i>sehr</i> gelitten.“</li>
<li>„Er hat <i>sehr</i> geschrien.“</li></ul>
<p>Die Verwendung von „sehr“ mit dem Verb „leiden“ bezeichnet eine Intensität der Empfindung, die bei „leiden“ direkt die Verbbedeutung ist. Beim Verb „schreien“ entsteht eine Deutung als intensive Anstrengung oder hohe Lautstärke; dies sind Skalen, die aus der Bedeutung von „schreien“ erschließbar sind. Solche Intensivierung ist zu unterscheiden von Modifikation des Ausmaßes einer Situation, etwa:
</p>
<ul><li>„Er geht <i>viel</i> spazieren“ (ähnlich zu: „Er geht oft spazieren“).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Einstellung">Einstellung</h3></div>
<p>Der Begriff Modaladverbial schließt traditionell auch Wörter ein wie etwa „gerne“, die in der Sprachwissenschaft heute eher als eigenständige Klasse identifiziert werden („Einstellungsadverbiale“ oder „Adverbiale der Subjekthaltung“ genannt), da sie andere grammatische Eigenschaften aufweisen als andere Modaladverbiale.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Siehe hierzu auch im Artikel <a href="Adverbiale_Bestimmung#Adverbiale_im_deutschen_Mittelfeld" title="Adverbiale Bestimmung">Adverbiale Bestimmung #Adverbiale im deutschen Mittelfeld</a>. Weitere Beispiele aus dieser Bedeutungsklasse, die formal Adjektive sind, sind: „freiwillig, unabsichtlich“. Präpositionalphrasen in dieser Funktion sind: „mit Absicht, mit Bedauern, ohne große Hoffnung“.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Einstellungsadverbiale beziehen sich zugleich auch auf das Subjekt bzw. <a href="Agens_(Linguistik)" title="Agens (Linguistik)">Agens</a> des Satzes, worin sie manchen Art-und-Weise-Adverbialen gleichen (siehe <a href="#Ori-adv">oben</a>). Dem Subjekt oder Agens wird hierbei eine <a href="Propositionale_Einstellung" title="Propositionale Einstellung">propositionale Einstellung</a> zugeschrieben und der Gegenstand der Einstellung ist das, was das Verb und der Restsatz ausdrücken:<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>„Ich habe meine Tante immer sehr gerne besucht.“</li></ul>
<dl><dd>= Ich mochte es, <i>meine Tante zu besuchen.</i></dd></dl>
<ul><li>„Er ist mir absichtlich auf den Fuß getreten.“</li></ul>
<dl><dd>= Er ist mir auf den Fuß getreten und er hatte dabei auch <i>die Absicht, mir auf den Fuß zu treten.</i></dd></dl>
<ul><li>„Der Hund wird gern gestreichelt.“</li></ul>
<dl><dd>Mehrdeutig:</dd>
<dd>1. = Der Hund mag es, gestreichelt zu werden (Subjektbezug)</dd>
<dd>2. = Die Leute streicheln ihn gern (Bezug auf das Agens, das im <a href="Aktiv_und_Passiv_im_Deutschen" title="Aktiv und Passiv im Deutschen">Passiv</a> implizit ist).</dd></dl>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Begleitung_und_Begleitumstände"><span id="Begleitung_und_Begleitumst.C3.A4nde"></span>Begleitung und Begleitumstände</h3></div>
<p>Als Komitative bezeichnet man Ausdrücke, die an einen Teilnehmer des Ereignisses angeschlossen werden und eine zusätzliche mitwirkende Person einführen, oder die Beteiligung einer solchen ausschließen. Häufig erscheinen hierfür Präpositionalphrasen mit „mit/ohne“. Bei Bezug auf einen Plural kann auch das Adverb „zusammen“ diese Konstellation ausdrücken. Beispiele:<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>„Otto ging <i>mit/ohne Anna</i> ins Kino.“</li>
<li>„Otto und Anna gingen <i>zusammen</i> ins Kino.“</li></ul>
<p>Eine weitere Gruppe in der Umgebung dieser Bedeutungsklasse sind Adverbiale, die Begleitgegenstände sowie auch noch Begleitumstände bezeichnen, und ihre Gegenteile:
</p>
<ul><li>„Er verließ das Haus <i>mit / ohne Regenschirm</i>.“</li>
<li>„Er lief los, <i>ohne auf den Verkehr zu achten</i>“</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Bezeichnungsvariante_„modifikativ“"><span id="Die_Bezeichnungsvariante_.E2.80.9Emodifikativ.E2.80.9C"></span>Die Bezeichnungsvariante „modifikativ“</h2></div>
<p>In manchen Traditionen der Germanistik wird eine ähnliche Unterabteilung von Adverbialen unter der Bezeichnung <b>modifikatives</b> Adverbial angesetzt. Dies sind vor allem Arbeiten, die sich auf die Grammatik von <a href="Ulrich_Engel_(Philologe)" title="Ulrich Engel (Philologe)">Ulrich Engel</a><sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> (dort: „modifikative Angabe“ bzw. „Ergänzung“) sowie auf die <a href="Leibniz-Institut_f%C3%BCr_Deutsche_Sprache" title="Leibniz-Institut für Deutsche Sprache">IDS-Grammatik</a> von Zifonun et al. (1997)<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> („modifikatives Adverb(ial)“) beziehen.
</p><p>In den hierbei angegebenen Übersichten zeigt sich, dass als modifikative Adverbiale solche der Art und Weise („sorgfältig“), der Einstellung („gerne“) und in der IDS-Grammatik teilweise auch Grad und Maß („ganz, total“)<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> gemeint sind, hingegen werden Komitative und Instrumentale stets von dieser Klasse getrennt gehalten.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><i>Duden. Die Grammatik</i> (=&nbsp;<i>Der Duden,</i> Band 4). 10. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2022, e-ISBN 978-3-411-91447-0. (Rand-Nr. 864, S.&nbsp;516–517.)</li>
<li>Karin Pittner: <i>Adverbiale im Deutschen</i> (= <i>Studien zur deutschen Grammatik.</i> Band 60). Stauffenburg Verlag, Tübingen 1999, ISBN 3-86057-450-7. (Kapitel 2.6 „Modaladverbiale“, S.&nbsp;92–108.)</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<p>(Kurzzitate beziehen sich auf die obige Literaturliste)
</p>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">So in: <i>Duden. Die Grammatik.</i> 8. Auflage. Dudenverlag, Mannheim 2009, Randnr. 1192 / S.&nbsp;784. – Auch: 10. Auflage 2022, Randnr. 864 / S.&nbsp;516f.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Helmut Glück (Hrsg.): <i>Metzler Lexikon Sprache.</i> 4. aktualisierte u. überarbeitete Auflage. Verlag J. B. Metzler, Stuttgart u. Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02335-3. Lemma: „Modalbestimmung“ S.&nbsp;433.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Gisela Zifonun, Ludger Hoffmann, Bruno Strecker (&amp; al.): <i>Grammatik der deutschen Sprache.</i> Walter de Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014752-1. Siehe S.&nbsp;2302 für „Modaladverbiale“ im Sinne von Adverbialen der Modalität.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Dudengrammatik 10. Auflage 2022, Randnr. 864 / S.&nbsp;516 unten.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">So etwa das Vorgehen in Estelle Moline, Dejan Stosic: <i>L'expression de la manière en français.</i> Edition Ophrys, Paris 2016, ISBN 978-2-70801-461-9. Vgl. Kapitel 1.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Meredith Landman, Marcin Morzycki: <i>Event-kinds and the representation of manner.</i> In Nancy Mae Antrim, Grant Goodall et al. (eds.): <i>Western Conference on Linguistics (WECOL),</i> Vol. 14, S.&nbsp;136–147. California State University, Fresno 2003. Das nachfolgende Beispiel entspricht dort Bsp. (28).</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Olivier Bonami, Danièle Godard, Brigitte Kampers-Manhe: <i>Adverb Classification.</i> In François Corblin, Henriette de Swart (eds.): <i>Handbook of French Semantics.</i> CSLI Publications, Stanford CA 2004, S.&nbsp;143–184. Siehe Abschnitt 11.6; der hier unten verwendete Terminus „verbbezogen“ entspricht dort dem Typ „V-adverbs“, Abschnitt 11.6.4.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">vgl. das Beispiel von Pittner S.&nbsp;96 unten</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Dudengrammatik (2022), S.&nbsp;517</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Dudengrammatik (2009), S.&nbsp;784; Dudengrammatik (2022), S.&nbsp;517</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Pittner 1999, S.&nbsp;99f.</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Pittner S.&nbsp;95.</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Siehe z.&nbsp;B. Jean-Pierre Koenig, Gail Mauner, Breton Bienvenue: <i>Arguments for Adjuncts.</i> In: <i>Cognition</i> 89 (2003), S.&nbsp;67–103.</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">Jens Fleischhauer: <i>Graduierung nicht-skalarer Verben.</i> In: <i>Zeitschrift für Germanistische Linguistik.</i> Vol. 46-2, 2018, S.&nbsp;221–247. Siehe insbesondere S.&nbsp;225 für die Unterscheidung Intensivierung vs. Ausmaß.</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">Pittner (1999), S.&nbsp;105f.</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">Pittner 1999, S.&nbsp;105.</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Frauke Buscher: <i>Im Spannungsfeld von Semantik und Pragmatik: Zur Bedeutungskonstitution von Einstellungsadverbialen.</i> In: <i>Zeitschrift für Sprachwissenschaft.</i> Vol. 32-2 (2013), <a href="https://doi.org/10.1515/zfs-2013-0006" class="extiw external" title="doi:10.1515/zfs-2013-0006">doi:10.1515/zfs-2013-0006</a>, S.&nbsp;135–179. Siehe insbesondere Abschnitt 2.1 für die Analyse des zweiten hier folgenden Beispiels.</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text">Nach Pittner (1999), S.&nbsp;102.</span>
</li>
<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text">Ulrich Engel: <i>Deutsche Grammatik.</i> Groos, Heidelberg:1988; auch: <i>Deutsche Grammatik.</i> Neubearbeitung. iudicium, München 2004.</span>
</li>
<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text">Gisela Zifonun, Ludger Hoffmann, Bruno Strecker (&amp; al.): <i>Grammatik der deutschen Sprache</i> (3 Bde.). Walter de Gruyter, Berlin 1997, ISBN 3-11-014752-1.</span>
</li>
<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text">Zifonun et al. (1997), S.&nbsp;985 und 987; allerdings fehlt dieser Typ in der tabellarischen Übersicht auf S.&nbsp;55.</span>
</li>
<li id="cite_note-22"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-22">↑</a></span> <span class="reference-text">IDS-Grammatik S.&nbsp;55.</span>
</li>
<li id="cite_note-23"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-23">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://grammis.ids-mannheim.de/progr@mm/5278">grammis.de / Propädeutische Grammatik / Semantisch begründete Adverb-Subklassen</a>, Versionsdatum 23. Juli 2023. Ohne Erwähnung/Einordnung von Komitativ und Grad &amp; Maß.</span>
</li>
<li id="cite_note-24"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-24">↑</a></span> <span class="reference-text">Ludger Hoffmann: <i>Adverb.</i> In: ders. (Hrsg.): <i>Handbuch der deutschen Wortarten.</i> Walter de Gruyter, Berlin 2009, ISBN 978-3-11-021507-6, S.&nbsp;223–264. Siehe S.&nbsp;224; in der Tradition der IDS-Grammatik.</span>
</li>
<li id="cite_note-25"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-25">↑</a></span> <span class="reference-text">Albert Busch, Oliver Stenschke: <i>Germanistische Linguistik. Eine Einführung.</i> 3. Auflage. Gunter Narr Verlag, Tübingen 2014, ISBN 978-3-8233-6855-7. S.&nbsp;159, gestützt auf Engel (2004).</span>
</li>
</ol>
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